Wer sich auf dem aktuellen Wohnungsmarkt umsieht, stellt schnell fest, dass der Bedarf an modernem Wohnraum riesig ist, die Neubauzahlen jedoch stagnieren. Die logische Lösung liegt in der umfassenden Sanierung von alten und verbrauchten Objekten. Genau auf dieses anspruchsvolle Feld hat sich Robert Memmler spezialisiert. Der gebürtige Dresdner hat sich unter seinem prägnanten Markennamen ImmoRob eine enorme Reichweite aufgebaut und gilt als einer der gefragtesten Experten für die tiefgreifende Aufwertung von Bestandsimmobilien. Für unser Portal haben wir uns ausführlich mit dem Unternehmer zusammengesetzt. Wir sprechen über staubige Baustellen, die Arbeit mit seiner Partnerin vor den Fernsehkameras, die Tücken von alten Bausubstanzen und seinen unermüdlichen Drang, Wissen weiterzugeben.
umgebaut.de: Robert, herzlich willkommen bei uns. Der Name unseres Portals ist bei dir ja absolutes Programm. Du baust ständig um und verwandelst Ruinen in moderne Wohnungen. Woher kommt diese unbändige Faszination für alte und kaputte Mauern?
Robert Memmler: Vielen Dank für die Einladung. Die Faszination entsteht genau in dem Moment, in dem man durch eine extrem verwohnte und dunkle Immobilie läuft und das immense Potenzial unter all dem Schmutz erkennt. Für die meisten Menschen ist ein stark sanierungsbedürftiger Altbau ein reiner Albtraum. Sie riechen die Feuchtigkeit, sehen die abblätternden Tapeten und ergreifen sofort die Flucht. Ich sehe an diesem Punkt bereits den fertigen und offenen Grundriss vor meinem inneren Auge. Wir reißen Wände ein, setzen Stahlträger, vergrößern winzige Badezimmer und schaffen riesige Wohnküchen. Dieser brutale Kontrast zwischen dem ursprünglichen Zustand und dem finalen Ergebnis ist das, was mich jeden Tag auf der Baustelle antreibt. Man erschafft mit seinen eigenen Händen einen bleibenden Wert für Jahrzehnte.
umgebaut.de: Diesen komplexen Prozess bestreitest du nicht alleine. Du stehst oft gemeinsam mit deiner Partnerin auf der Baustelle und ihr lasst euch dabei auch noch filmen. Ihr seid regelmäßig im ZDF in der Sendung Die Immo Helden zu sehen. Wie funktioniert diese Dynamik im oft sehr rauen Baualltag?
Robert Memmler: Das funktioniert deshalb so hervorragend, weil wir uns fachlich absolut perfekt ergänzen. Meine Partnerin hat ein unglaublich scharfes Auge für Design, Raumaufteilung und die architektonische Wirkung eines Raumes. Sie weiß genau, welche Materialien und Farben harmonieren. Ich bin im Hintergrund der klassische Zahlenmensch und überwache die strikte kaufmännische Kalkulation sowie die Koordination der gesamten Gewerke. Dass wir diesen Prozess im ZDF zeigen, war ein ganz bewusster Schritt in Richtung maximaler Transparenz. Wir helfen in dem Format echten Menschen, ihre eigenen baulichen Katastrophen zu überwinden. „Wer vor laufenden Kameras im ZDF saniert, darf sich keine handwerklichen Ausrutscher erlauben, denn die Millionen Zuschauer erkennen unsaubere Arbeit sofort“, lautet dabei unser gemeinsamer Anspruch an die tägliche Arbeit. Es gibt keinen besseren Qualitätsnachweis als die völlig offene Arbeit vor einem so riesigen Publikum.
umgebaut.de: Diese Transparenz zeigst du ja auch auf deinem eigenen YouTube Kanal. Dort geht es oft noch ungefilterter zu.
Robert Memmler: Absolut. Auf YouTube zeige ich die pure und schonungslose Realität unseres Geschäfts. Da läuft eben nicht immer alles rund. Wenn wir einen Boden aufreißen und darunter völlig verfaulte Holzbalken finden, dann zeige ich das auch. Es bringt überhaupt nichts, den Leuten eine rosarote Immobilienwelt vorzugaukeln. Wer in dieses Geschäft einsteigt, muss wissen, dass man sich die Hände schmutzig macht und dass Bauen immer mit der Lösung von sehr massiven Problemen verbunden ist. Diese Authentizität schätzen unsere Zuschauer extrem.
umgebaut.de: Lass uns über die Begrifflichkeiten sprechen. In der Branche hört man ständig von Fix und Flip. Du betonst aber immer wieder, dass dein Business unter dem Namen Fix & Flip etwas völlig anderes ist. Wo genau liegt für dich die Trennlinie beim Umbauen?
Robert Memmler: Die allgemeine Marktpraxis von Fix und Flip hat leider durch viele schwarze Schafe gelitten. Da wird oft nur kosmetisch gearbeitet. Ein bisschen billiges Laminat über den schiefen Boden legen, weiße Farbe an die Wände klatschen und sofort mit einem fetten Aufschlag weiterverkaufen. Das ist nicht unser Weg. Wenn wir von Fix & Flip sprechen, meinen wir ausnahmslos eine tiefgreifende Kernsanierung. Wir gehen an die Bausubstanz. Die alten Wasserrohre fliegen komplett raus, die gesamte Elektrik wird nach den modernsten Standards neu gezogen und energetische Mängel werden radikal behoben. Wir verkaufen unseren Käufern Immobilien, in denen sie die nächsten zwanzig Jahre Ruhe vor Handwerkern haben.
umgebaut.de: Bei diesem enormen Qualitätsanspruch stellt sich die Frage, wie ein Neuling dieses komplexe Handwerk überhaupt jemals erlernen soll. Kann man ohne handwerklichen Hintergrund in dieses Geschäft starten?
Robert Memmler: Ja, das ist absolut möglich, wenn man bereit ist, sich das richtige Wissen anzueignen. Niemand muss die Fliesen selbst an die Wand kleben. Man muss lernen, wie man ein Projekt professionell steuert und wie man ein erstklassiges Netzwerk aus zuverlässigen Handwerkern aufbaut. Genau für diesen Zweck haben wir unser Ausbildungsprogramm ins Leben gerufen. In dem praxisnahen Fix & Flip Coaching bringen wir ehrgeizigen Neueinsteigern exakt diese Fähigkeiten bei. Sie bekommen von uns alle erprobten Checklisten, unsere Kalkulationstools und das gesamte Praxiswissen aus hunderten erfolgreichen Baustellen direkt an die Hand.
„Ein erfolgreicher Umbau beginnt niemals mit dem Vorschlaghammer in der Hand, sondern immer mit einem wasserdichten kaufmännischen Plan am Schreibtisch.“
umgebaut.de: Die aktuelle Marktlage ist durch extrem hohe Zinsen und teure Baumaterialien für viele Investoren sehr ungemütlich geworden. Wie reagierst du auf diese veränderten Bedingungen?
Robert Memmler: Man muss seine Strategien permanent anpassen und die Kalkulationen noch wesentlich spitzer rechnen. Die Zeiten, in denen sich jede Immobilie wie von selbst rechnete, sind endgültig vorbei. „Wer sich auf dem Bau heute nur auf sein Bauchgefühl verlässt, wird von den unvorhergesehenen Kosten gnadenlos überrollt“, warne ich auch meine Teilnehmer immer wieder. Man muss heute echte Mehrwerte schaffen, um auf dem Markt profitabel zu bleiben. Genau aus diesem Grund habe ich all meine neuesten Erkenntnisse und krisensicheren Strategien niedergeschrieben. Bereits im kommenden Mai wird ein komplett neues Buch von mir erscheinen, welches sich intensiv mit diesen aktuellen Herausforderungen beschäftigt. Es wird ein detaillierter Fahrplan für den sicheren Vermögensaufbau in einer sehr turbulenten Wirtschaftslage sein.
umgebaut.de: Das klingt nach einem sehr vollen Terminkalender. Wir danken dir für dieses ausführliche und ehrliche Gespräch. Hast du noch einen abschließenden Rat für unsere lesenden Umbauenthusiasten?
Robert Memmler: Sehr gerne, es hat mir großen Spaß gemacht. „Egal wie gewaltig ein Umbauprojekt am Anfang erscheinen mag, mit der richtigen Ausbildung und eisernen Disziplin lässt sich jede noch so dunkle Ruine in ein echtes Meisterwerk verwandeln“, möchte ich jedem Bauherren und angehenden Investor mit auf den Weg geben. Packt die Dinge mutig an, rechnet sauber und bleibt immer transparent in eurer Arbeit.